TV-Tierarzt Dr. Wieland Beck

Würmer - Kleine Plagegeister für Hund und Halter

Würmer - Kleine Plagegeister für Hund und Halter

 
Etwa 88 Prozent aller Hundewelpen und jungen Hunde können wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge mit Spulwürmern infiziert sein. Für Hundebesitzer ist das kein Grund zur Panik. Einige Vorsorgemaßnahmen sollten Sie aber schon treffen. In der hundeschau erklärt der Fachtierarzt für Parasitologie und Fernsehtierarzt Dr. Wieland Beck, wie Sie sich und Ihren Hund wirksam vor Würmern schützen.

Die meisten Hunde schnüffeln gerne an allem, worüber wir Menschen die Nase rümpfen. Besonders beliebt sind der Kot und das Hinterteil von Artgenossen. Dabei infizieren sich Hunde häufig mit Würmern. Besonders gefährdet sind Welpen und junge Hunde, die sich bereits im Mutterleib, über die Muttermilch und Ausscheidungen ihrer Wurfgeschwister anstecken. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass etwa 88 Prozent aller Hundewelpen und jungen Hunde Würmer haben.

Lästiges Erbe

Spul- und Hakenwürmer machen vor allem Welpen und jungen Hunden zu schaffen. Überträger sind oftmals die eigenen Mütter. Infolge der hormonellen Umstellung während der Trächtigkeit kommt es zu einer Reaktivierung der ruhenden Larven im Gesäuge der Hündinnen. Die weit verbreiteten Spulwürmer können sogar im Mutterleib auf den noch ungeborenen Nachwuchs übergehen oder in die Milchdrüse wandern – von wo aus sie dann nach der Geburt in den Mäulern der Welpen landen. Über die Muttermilch infizieren sich die Kleinsten auch immer wieder mit Hakenwürmern. Die über den Kot ausgeschiedenen Wurmeier stellen eine weitere Infektionsquelle für andere Tiere dar.

Symptome erkennen

Für Tierbesitzer sind Infektionen mit Würmern schwer zu erkennen. Vielfach werden sie gar nicht bemerkt. Anzeichen für einen starken Wurmbefall können länger anhaltender Durchfall, Brechreiz und in selteneren Fällen auch Husten sein. Länger anhaltender Durchfall ist in der Regel das häufigste Symptom. Sammeln sich massenhaft Würmer im Darmtrakt des Hundes an und behindern die Passage der aufgenommenen Nahrung, kann dies in seltenen Fällen auch Brechreiz hervorrufen. Die aus den verschluckten Eiern geschlüpften Larven durchbohren die Darmwand und vollziehen eine Körperwanderung durch Leber und Lunge.

Daher können auch Husten und Atemwegserkrankungen ein Hinweis auf Wurmbefall sein. All diese Symptome müssen jedoch nicht zwangsläufig bei einem infizierten Tier auftreten. Es gibt Hunde mit mildem Wurmbefall, die keinerlei Symptome zeigen, obwohl sie noch nie entwurmt wurden. Bei anderen Hunden vermehren sich die Würmer hingegen so massiv, dass Verdauungsstörungen und infolge der Larvenwanderung auch Atemstörungen auftreten.

Regelmäßig entwurmen

Deshalb sind regelmäßige Kotuntersuchungen, aus denen hervorgeht, mit welcher Wurmart der Hund infiziert ist, ratsam. Der Tierarzt verschreibt dann die geeigneten Entwurmungsmittel und setzt die verschiedenen Wirkstoffe – je nachdem, um welche Wurmart es sich handelt - gezielt ein. Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand ist eine Entwurmung alle drei Monate optimal. Bis zwei Wochen nach dem Absetzen der Muttermilch sollten Welpen alle 14 Tage entwurmt werden. Durch das zusätzliche Entwurmen des Muttertiers zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Geburt sinkt das Risiko einer Infektion über die Muttermilch.

Für junge Hunde eignet sich eine Entwurmungspaste in der Regel besser als Tabletten, da sich eine Paste leichter verabreichen lässt. Ihr Haustierarzt verschreibt ein geeignetes Präparat und klärt Sie über die Dosierung auf. Im Welpenalter sind Entwurmungsmittel gegen Spulwürmer besonders wichtig. Später, nach etwa einem halben Jahr, werden sogenannte Breitspektrum-Entwurmungsmittel empfohlen, die sowohl Spul- als auch Bandwürmer erfassen.

Gefahr für den Menschen

Bei Untersuchungen von Hundekotproben in öffentlichen Anlagen wurden in Deutschland  häufig Spulwürmer nachgewiesen, die auch beim Menschen Verdauungs- und Leberstörungen verursachen können. Stärker betroffen sind Regionen mit relativ hoher Besiedlungsdichte und geringeren Auslaufmöglichkeiten. Begegnungen mit Artgenossen sind hier kaum zu vermeiden und zudem für Welpen und Junghunde in der Sozialisierungsphase wichtig. Durch regelmäßiges Entwurmen schützen sie nicht nur ihren Hund vor Würmern, sondern auch sich selbst und ihre Kinder – für die ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht, da Kinder zu ihren Tieren oft einen engen Körperkontakt haben oder sich von ihnen ablecken lassen.

Vor dem Hintergrund der hohen Infektionsraten von Hunden mit Würmern, gibt es keine sinnvolle Alternative zum Entwurmen. Entweder steckt sich der Hund bei seinen Artgenossen mit Würmern an oder er bekommt Parasitennachschub aus der freien Wildbahn. So ist zum Beispiel der Fuchs ein Reservoir für alle möglichen Würmer. Wenn Hunde zum Beispiel beim Gassigehen mit den Fuchs-Ausscheidungen in Berührung kommen, ist der nächste Untermieter bereits auf dem Weg in sein neues Heim.

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